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Gastartikel von Claudia Barfuss

Du kennst das sicher: Du suchst im Internet nach einer Therapeutin, einem Coach oder einer Tierarztpraxis. Einige Seiten schliesst du sofort wieder – unübersichtlich, unpersönlich, nichts bleibt hängen.

Dann landest du auf einer Seite, wo alles stimmt. Ein sympathisches Gesicht, eine klare Struktur, Texte, die sich anfühlen, als wären sie für dich geschrieben. Du weisst noch gar nicht viel über diese Person – und trotzdem denkst du: Da melde ich mich.

Den Unterschied spürst du, auch wenn du ihn nicht benennen kannst. Du spürst den Menschen hinter der Website.

Das macht eine authentische Website aus.

In meiner Arbeit als Webdesignerin erlebe ich es immer wieder: Eine Interessentin kontaktiert mich, weil ihre Website keine Kunden bringt.

Ihre Website sieht gut aus. Die Texte sind solide. Die Farben passen. Alles richtig gemacht – und trotzdem passiert… nichts.

Niemand schreibt. Niemand sagt: «Genau dich hab ich gesucht.»

Ich nenne das die Teflon-Website. Alles gleitet ab. Nichts bleibt hängen.

Und das liegt selten daran, dass sie nicht gut ist in dem, was sie tut. Im Gegenteil.

Aber irgendwann hat sich leise eine Idee eingeschlichen: Dass «professionell» bedeutet – neutral, glatt, irgendwie für alle passend. Dazu kommt eine Angst, die fast jede Selbstständige kennt: Wenn ich zu sehr ich bin, verprelle ich vielleicht jemanden. Jemanden, der ein Kunde hätte werden können.

Also wird die Stimme ein bisschen leiser gedreht. Die Formulierungen etwas vorsichtiger gewählt. Die Ecken abgeschliffen. Und für die Fotos eine Version von sich gezeigt, die sich sicher anfühlt. Aber nicht wirklich nach der Person aussieht, die dahinter steckt.

Das Ergebnis? Eine Website, die niemanden abschreckt. Und gleichzeitig niemanden wirklich anzieht.

In diesem Blogartikel erfährst Du die Verbindung von Marie Kondo und Human Design

Was eine authentische Website wirklich ausmacht

Keine Sorge. Es geht nicht darum, mehr von dir preiszugeben, als sich gut anfühlt. Und schon gar nicht darum, einen «Personal Brand» aufzubauen, der sich anfühlt wie Schuhe, die zwar schön aussehen – aber nach zehn Minuten drücken.

Aber diese 3 Punkte solltest du unbedingt beachten:

Für wen ist deine Website wirklich da?

Das ist das Fundament. Ohne das kann der Rest nicht stimmig werden – egal wie schön die Farben sind oder wie gut die Texte klingen.

Ein Beispiel: Du bist Therapeutin und arbeitest mit Frauen, die nach einem Burnout zurück ins Leben finden wollen. Deine Website spricht aber von «ganzheitlicher Begleitung für Menschen in Veränderungsprozessen». 

Das ist nicht falsch. Aber es ist so breit, dass sich niemand persönlich gemeint fühlt. Die Frau, die abends um elf mit Herzrasen auf dem Sofa sitzt und googelt, findet sich in diesem Satz nicht wieder.

Oder du bist Hundetrainerin und deine Stärke liegt bei ängstlichen Hunden aus dem Tierschutz. Auf deiner Website steht aber «Hundetraining für alle Rassen und Altersgruppen». 

Stimmt sogar. Aber die Frau, die seit drei Monaten einen sehr ängstlichen Hund aus dem Tierschutz hat und nicht mehr weiterweiss, scrollt weiter. Weil sie sich nicht angesprochen fühlt.

Wer versucht, alle anzusprechen, spricht am Ende niemanden richtig an. Klarheit darüber, für wen du da bist, ist wie ein Filter. Einer, der dafür sorgt, dass die richtigen Menschen denken: Die meint mich.

    Klingt deine Website nach dir?

    Es gibt einen Unterschied zwischen einem Text, der korrekt ist, und einem, der nach jemandem klingt. Du spürst das sofort. Auch wenn du nicht genau sagen kannst, woran es liegt. 

    Wenn eine Besucherin deiner Website das Gefühl hat, als würde sie dich schon ein bisschen kennen – bevor sie überhaupt mit dir gesprochen hat – dann haben die Texte ihren Job gemacht.

    Zeigen deine Bilder, wer du wirklich bist?

    Ein professionelles Foto ist gut. Aber ein Foto, das zeigt, wie du wirklich arbeitest, wo du dich wohlfühlst, wie dein Alltag aussieht – das schafft Vertrauen. Und Vertrauen entscheidet, ob jemand bleibt oder geht.

    Das zeigt auch ein A/B-Test von MarketingExperiments*: Als eine Website das Stockfoto durch das echte Bild der Gründerin ersetzte, meldeten sich 35 % mehr Menschen an.

    Dein Vibe-Check – jetzt gleich

    Bevor du hier weiterliest, probier kurz etwas aus. Es dauert keine fünf Minuten.

    Öffne deine Website. Schau sie dir einen Moment in Ruhe an. Nicht lesen, nicht Details prüfen. Einfach wahrnehmen, wie sie auf dich wirkt – als würdest du sie zum ersten Mal sehen.

    Und dann schreib drei bis fünf Wörter auf, die beschreiben, wie sie sich anfühlt. Es geht hier nur um das Gefühl, keine Farben oder Texte. Sei ganz offen und notiere deine Gefühle.

    Jetzt wechsle die Perspektive. Deine Wunschkundin landet zum ersten Mal auf deiner Seite. Wie soll sie sich dort fühlen? Wieder drei bis fünf Wörter.

    Leg beide Listen nebeneinander.

    Passt das zusammen? Oder zeigt sich eine Lücke?

    Falls ja, ist das ein Hinweis und ein wichtiger Ausgangspunkt für alle deine weiteren Entscheidungen.

    Warum Mut dazugehört

    Mut bedeutet hier: Einen Satz so stehen lassen, obwohl er sich ungewohnt direkt anfühlt. Ein Foto wählen, das wirklich nach dir aussieht – statt dem, das «professioneller» wirkt. Eine Formulierung behalten, weil sie genau richtig klingt. Auch wenn dein Partner oder deine beste Freundin darüber die Stirn runzelt.

    Das sind kleine Entscheidungen. Und jede einzelne davon macht deine Website ein bisschen echter.

    Trotzdem kann sich das zäh anfühlen. Und manchmal unverhältnismässig schwer. Weil Sichtbarkeit oft an etwas rührt, das tiefer liegt.

     

    Die unsichtbare Person am Tisch

    Vielleicht gab es irgendwann jemanden, vor dem du dich lieber unsichtbar gemacht hast. Jemand, von dem du nicht gesehen werden wolltest – zumindest nicht so, wie du wirklich bist. Das kann lange her sein. So lange, dass du kaum noch daran denkst. Aber wenn du dich dann zeigen sollst, auf deiner Website, mit deinem Gesicht, deinen Worten – dann sitzt diese Person manchmal noch mit am Tisch. Unsichtbar. Aber spürbar.

    Das zu wissen, ist wichtig. Denn es hilft dir zu verstehen, warum sich Sichtbarkeit manchmal so schwer anfühlt – obwohl du eigentlich weisst, dass du etwas zu sagen hast.

    Und manchmal lohnt es sich, einen Moment innezuhalten und dich leise zu fragen: Wer sitzt da eigentlich mit am Tisch? Kenne ich diese Person noch? Und hat das, was sie damals in mir ausgelöst hat, heute wirklich noch etwas mit meinem Leben zu tun?

    Oft entdeckst du dann, dass da etwas hängengeblieben ist, das längst vorbei ist. Wie ein Mantel, den du seit Jahren trägst – obwohl er dir schon lange nicht mehr passt.

    Sichtbarkeit ist nicht immer einfach, aber sie lohnt sich.

    Drei Fragen, die ich oft höre, wenn ich von authentischer Website spreche:

    Muss ich jetzt private Dinge auf meiner Website veröffentlichen?

    Nein. Authentisch bedeutet nicht, alles zu zeigen. Es bedeutet, das zu zeigen, was stimmig ist – für dich und für deine Arbeit. Was du teilst, entscheidest immer noch du. Es geht darum, dass die Person die das liest Vertrauen zu dir aufbauen kann.

    Ich arbeite mit einer bestimmten Methode. Muss dann wirklich ich im Vordergrund stehen?

    Die Methode erklärt, was du tust. Aber sie erklärt nicht, warum jemand zu dir kommt – und nicht zur Kollegin, die dieselbe Methode anbietet. Genau da macht eine authentische Website den Unterschied.

    Brauche ich unbedingt eine Fotografin – oder reichen auch Handybilder?

    Es geht nicht ums Gerät. Es geht darum, ob das Bild stimmt – ob es zeigt, wie du wirklich arbeitest, wo du dich wohlfühlst, wer du bist. Ein Handybild kann das leisten, wenn es mit Sorgfalt gemacht ist. Ein Studiofoto kann trotzdem danebengehen, wenn es sich anfühlt als ob du eine Rolle spielst. 

    Eine Fotografin, die auf lebendige, echte Aufnahmen spezialisiert ist, kann allerdings einen grossen Unterschied machen – weil sie weiss, wie sie das Echte einfängt, ohne dass es gestellt wirkt.

    Und jetzt? Wie sieht dein Weg zur authentischen Website aus?

    Du musst nicht alles auf einmal ändern. Ein Satz, ein Bild, eine Entscheidung, die sich echter anfühlt als das, was bisher da steht – das reicht für den Anfang.

    Wenn du den Vibe-Check weiter oben gemacht hast, weisst du, wo du allenfalls eine Lücke hast. 

    Wenn du Lust hast, da weiterzumachen – nicht allein, sondern mit mir und anderen Frauen, die vor der gleichen Frage stehen: In meiner Jubiläums-Challenge «Mehr Mut zum Ich auf der Website» machen wir genau das. 25 Tage, täglich ein kleiner Impuls. Kostenlos. Hier kannst du dich anmelden: https://claudiabarfuss.ch/jubilaeums-challenge/

    *https://marketingexperiments.com/digital-advertising/stock-images-tested

    Mehr über Claudia Barfuss

    Ich bin Claudia. Als Webdesignerin und digitale Gestalterin helfe ich dir, eine Website zu bekommen, die wirklich zu dir passt – und für dich arbeitet.

    Du entscheidest, wie wir zusammenarbeiten: Entweder du setzt deine Website selbst um, und ich begleite dich dabei – zeige dir, worauf es ankommt, und bin bei jedem Schritt für dich da. Oder ich übernehme die Umsetzung für dich, während du mitdenkst und sagst, was dir wichtig ist.

    Seit 25 Jahren arbeite ich so mit meinen Kundinnen. Ruhig, klar und auf Augenhöhe.

    Listbuilding Masterclass🌿Start 15.06.2026

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