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Manche Gedanken kommen, weil etwas Schönes passiert.

Andere, weil uns etwas erschreckt, ärgert oder traurig macht.

Und manche hängen plötzlich ganz unscheinbar an einer Teetasse.

Der September hatte bisher von allem etwas: Zwei Krankheitsfälle in unserem Umfeld haben mir gezeigt, wie schnell ein Thema, das vorher weit weg war, plötzlich ganz nah sein kann. Ein Wahlergebnis hat mich traurig gemacht. 17 gelaufene Kilometer dagegen ziemlich stolz. Und irgendwo dazwischen gab es schottischen Tee mit meinen drei Lieblingsmenschen, Spam-Kommentare, Blaubeerfelder und eine Frage, die ich am liebsten über meinen Schreibtisch hängen würde:

Wähle ich gerade die Hoffnung auf Erfolg – oder die Angst vor Misserfolg?

Vorhang auf: Meine 7 Gedanken eines Monats.

Nicht die wichtigsten.
Nur die, die geblieben sind.

Du willst auch bei diesem 7-Gedanken-Rückblick mitmachen?

Dann findest Du hier eine Anleitung inkl. Vorlage.

(Die Du natürlich so anpassen kannst, wie es zu Dir und Deiner Gedankenwelt passt.)

Gedanke 1 – Warum habe ich das eigentlich nicht schon längst gemacht?

Zwei Menschen in unserem Umfeld sind an Blutkrebs erkrankt.

Einer davon ist gerade einmal 14 Jahre alt.

Und plötzlich ist ein Thema, von dem man natürlich weiß, dass es existiert, nicht mehr irgendwo da draußen.

Es ist ganz nah.

Ich habe mich deshalb endlich bei der DKMS als potenzielle Stammzellspenderin registriert.

Endlich ist dabei leider das richtige Wort.

Denn ich hatte schon vor einigen Jahren darüber nachgedacht.

„Das müsste ich auch mal machen.“

Kennst Du diesen Satz?

Und dann kam irgendetwas dazwischen. Vermutlich nichts besonders Wichtiges. Der ganz normale Alltag eben.

Jetzt frage ich mich:

Wie kann so etwas Wichtiges im Alltag einfach untergehen?

Die Online-Registrierung dauert nur wenige Minuten. Das Registrierungsset wird anschließend nach Hause geschickt. Abstriche machen, zurückschicken, fertig.

Natürlich bedeutet eine Registrierung nicht automatisch, dass ich irgendwann tatsächlich spenden kann oder werde.

Aber sie bedeutet:

Sollte ich für einen Menschen als passende Spenderin infrage kommen, bin ich überhaupt erst auffindbar.

Vielleicht ist das einer dieser Momente, in denen wir uns nicht nur sagen sollten:

„Das müsste ich auch mal machen.“

Sondern:

Ich mache es jetzt.

Denn aus ein paar Minuten unseres Lebens könnte irgendwann sehr viel mehr Lebenszeit für einen anderen Menschen werden.

https://www.dkms.de/aktiv-werden/spender-werden

Gedanke 2 – SPAM?! Ernsthaft?

Ich muss mich kurz aufregen.

Warum schreiben Menschen – und inzwischen vermutlich auch jede Menge von Menschen losgeschickte KI-Bots – beschissene Spam-Kommentare unter Blogartikel?

Ernsthaft.

WARUM?

Ich sitze hier und schreibe diese Artikel wirklich gerne. Ich sammle vier Wochen lang meine Gedanken, schreibe sie aus und freue mich darüber, wenn ich damit jemanden zum Nachdenken bringe, neue Informationen weitergebe, im Business unterstütze oder vielleicht einfach für zwei Minuten ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubere.

Und dann kommt:

„Wonderful article. Very informative. Visit xyz-irgendwas-Casino-kaufen-Krypto-blablabla.com.“

Danke auch.

Natürlich lösche ich den Kommentar.

Was mich daran aber tatsächlich beschäftigt, ist nicht nur der Spam an sich.

Es ist diese vollkommen sinnlose Verschwendung von Ressourcen.

Da wird Technik entwickelt, programmiert und inzwischen mit KI noch leistungsfähiger gemacht – und dann nutzen wir diese Möglichkeiten, um automatisiert Müll ins Internet zu kippen, den auf der anderen Seite wieder jemand automatisiert oder per Hand entfernen muss.

Was könnten wir mit derselben Technik stattdessen Sinnvolles anfangen?

Ich bin wirklich ein KI-Fan, wenn alles ethisch und ehrlich genutzt wird.

Aber vielleicht ist genau deshalb eine Frage für mich immer wichtiger:

Nur weil wir etwas automatisieren können – müssen wir es auch automatisieren?

Gedanke 3 – Etwas Persönliches, das mich traurig macht

Ich bin traurig.

Traurig über das gestrige Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt.

Und ich möchte diesen Gedanken auch nicht mit einer besonders schlauen Erkenntnis abschließen oder daraus zwanghaft etwas Positives ziehen.

Manches darf uns einfach beschäftigen.

Manches darf uns Sorgen machen.

Und manches darf dazu führen, dass wir sagen:

Hier stehe ich.

Deshalb möchte ich auch an dieser Stelle ganz klar sagen:

Ich grenze mich von der AfD und ihren politischen Positionen ab.

Mein Blog ist normalerweise ein Ort für leises Marketing, Business, Human Design, persönliche Gedanken und all die kleinen Dinge, die mir im Leben begegnen.

Aber „persönliche Gedanken“ bedeuten für mich eben nicht, nur über die angenehmen Dinge zu schreiben.

Und vielleicht gehört zu einem persönlichen Blog genau das:

Nicht zu jedem Thema etwas sagen zu müssen.

Aber bei den Dingen, die einem wirklich wichtig sind, auch nicht still zu bleiben.

Gedanke 4 – Suchst Du Orangen im Blaubeerfeld?

„Wenn Du Orangen willst, such nicht im Blaubeerfeld.“

Allein dieser Buchtitel von John Strelecky hat mich in den vergangenen Tagen ziemlich beschäftigt.

Weil er so herrlich offensichtlich klingt.

Natürlich finde ich im Blaubeerfeld keine Orangen. *dööööh*.

Und trotzdem machen wir genau das erstaunlich oft.

Wir wünschen uns mehr Ruhe und packen unseren Kalender randvoll.

Wir wünschen uns eine liebevolle Beziehung und bleiben vielleicht an einem Ort, an dem wir uns schon lange nicht mehr gesehen fühlen.

Wir wünschen uns Kund:innen, die unsere Arbeit wertschätzen – und versuchen gleichzeitig, Menschen von uns zu überzeugen, die bei jedem Preis dreimal schlucken.

Wir wünschen uns mehr Zeit und sagen bei jeder neuen Anfrage „Klar, mache ich noch.“

Vielleicht liegt es manchmal gar nicht daran, dass das, was wir uns wünschen, unerreichbar ist.

Vielleicht suchen wir nur hartnäckig am falschen Ort danach.

Und dann wäre die entscheidende Frage nicht:

Warum finde ich keine Orangen?

Sondern: 

Warum stehe ich eigentlich immer noch im Blaubeerfeld?

Gedanke 5 – Schottischer Tee und Tassenkekse

Im Hause Kunze gibt es ein neues Ritual.

Abends trinken wir jetzt zu viert schottischen Tee mit Milch.

Mein Mann und ich haben das vorher schon gemacht, aber inzwischen sitzen auch die Kinder mit ihren Tassen dabei.

Und ich liebe es.

Nicht, weil dabei tiefgründige Familiengespräche stattfinden müssen oder, weil wir daraus jetzt ein pädagogisch wertvolles „Familienritual“ machen. *zwinker*

Sondern einfach, weil wir zusammensitzen. Vier Menschen. Vier Tassen. Ein bisschen erzählen. Ein bisschen lachen. Und für einen Moment ist der Tag einfach nur der Tag.

Wobei ich fairerweise erwähnen muss:

Ich bin noch nicht ganz sicher, ob die Begeisterung der Kinder wirklich dem schottischen Tee gilt.

Oder ob die neuen Tassenkekse einen nicht ganz unerheblichen Anteil an der plötzlich gestiegenen Tee-Leidenschaft haben.

Ist mir aber auch schnurzpiepegal. Denn vielleicht brauchen schöne Rituale überhaupt keinen tieferen Sinn. Vielleicht reicht es vollkommen, wenn man sich jeden Abend darauf freut.

Gedanke 6 – 17 Kilometer. Ich!

Gestern bin ich mit meinem Personal Coach – alias meinem Ehemann – 17 Kilometer gelaufen.

17,01, um ganz genau zu sein.

Und durchschnittlich habe ich für einen Kilometer weniger als sechs Minuten gebraucht. Ich schreibe das hier nicht, weil ich Dir jetzt meine Laufleistung unter die Nase reiben möchte. Sondern weil ich selbst kaum glauben kann, dass ich diesen Satz schreibe.

Anfang des Jahres bin ich allein gestartet. Bei meinen ersten fünf Kilometern lag ich ungefähr bei 7:30 Minuten pro Kilometer.

Und ich fand das vollkommen okay.

Ich war schließlich die Frau, die Sport ihr Leben lang nie wirklich „brauchte“.

Ich gehörte glücklicherweise immer zu den Menschen, die schlank waren, ohne besonders viel dafür tun zu müssen. Und wenn der äußere Grund fehlt, Sport machen zu „müssen“, kann man sich wunderbar einreden, dass man ihn eben auch nicht braucht. *tja*

40+ hatte offenbar andere Pläne für mich. Und dafür bin ich inzwischen tatsächlich dankbar. Denn sonst hätte ich vielleicht nie erfahren, was regelmäßiges Laufen mit mir macht. Ich fühle mich fitter, ausgeglichener, stärker.

Und ich merke inzwischen sogar, wenn mir die Bewegung fehlt.

Das Verrückteste daran ist für mich aber gar nicht die 17 auf meiner Lauf-App.

Sondern der Gedanke:

Mein Körper konnte das nicht plötzlich. Er hat es gelernt.

Kilometer für Kilometer.

Lauf für Lauf.

Und vielleicht ist das auch der Grund, warum ich diesen Gedanken unbedingt in meine 7 Gedanken aufnehmen wollte. Wir überschätzen manchmal, was wir sofort schaffen müssten und unterschätzen völlig, was möglich wird, wenn wir etwas über Monate immer wieder tun.

Und ja:

Mein Gesicht ist beim Laufen immer noch rot wie eine Tomate. (Vielleicht nicht mehr ganz so schlimm!)

Na und?

Falls Du schon länger mit dem Gedanken spielst, Dich mehr zu bewegen: Schnapp Dir Deine Laufsachen, Musik auf die Ohren und geh raus. Die ersten Male können nerven. Vielleicht wirst Du Dich fragen, warum Menschen das freiwillig machen.

Aber gib Deinem Körper etwas Zeit. Du könntest ziemlich überrascht sein, was er irgendwann ganz selbstverständlich kann.

Gedanke 7 – Was wähle ich?

Diesen Gedanken möchte ich mit in die nächsten Wochen nehmen:

Wir können uns immer wieder entscheiden, was wir wählen:

Hoffnung auf Erfolg.

Oder:

Angst vor Misserfolg.

Ist das nicht wundervoll mächtig?

Denn beide Gedanken schauen in dieselbe Zukunft. Beide wissen nicht, was passieren wird. Die Angst kann mir nicht beweisen, dass es schiefgeht. Die Hoffnung kann mir nicht versprechen, dass es funktioniert. Und trotzdem verändert die Entscheidung zwischen beiden, wie ich heute handle.

Wenn ich Angst vor dem Misserfolg wähle, werde ich vorsichtiger. Vielleicht frage ich die Person nicht nach der Kooperation. Vielleicht veröffentliche ich das Angebot nicht. Vielleicht warte ich noch ein bisschen, bis ich „bereit“ bin.

Wenn ich die Hoffnung auf Erfolg wähle, gibt es noch immer keine Garantie. Aber ich gehe anders los. Offener und mutiger. Mit einer ganz anderen Energie.

Vielleicht ist Hoffnung deshalb gar kein naives „Wird schon alles gut“. Vielleicht ist Hoffnung eine Entscheidung darüber, welcher Möglichkeit wir unsere Aufmerksamkeit schenken, solange wir das Ergebnis noch gar nicht kennen.

Und genau das möchte ich mir in den nächsten Wochen immer wieder bewusst machen:

Wenn sowieso noch alles möglich ist – warum sollte ich dann ausgerechnet die Angst wählen?

Du möchtest auch Deine 7 Gedanken mit anderen Leisepreneurinnen teilen?

Dann verlinke sie doch gerne in den Kommentaren oder/und im Linky-Formular.

Über Linda Kunze

Linda Kunze ist Expertin für leises Marketing, Customer Experience – Strategin und Human Design – Mentorin aus NRW.

Mit ihrem Business Leisepreneur® unterstützt sie solo-selbstständige Frauen dabei, auch ohne Social Media sichtbar und erfolgreich zu sein.

Ihr Fokus liegt auf authentischem Marketing, das leise wirkt, aber tief verankert ist – damit ihre Kundinnen die richtigen Menschen erreichen, ohne sich zu verbiegen.

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