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Ein Monat vergeht selten so, wie man ihn geplant hat.

(Jedenfalls ist das in meinem Leben der Fall.)

An die großen Ereignisse erinnern wir uns sofort.
Aber die Gedanken, die wirklich etwas bewegen, sind meistens leiser.

Ich merke immer wieder: Manche Gedanken setzen sich still neben uns.
Und wenn wir ihnen keinen Platz geben, verschwinden sie wieder zwischen Terminen, Projekten und To-do-Listen.

Der Sommer ist in vollem Gange, und während ich hier gerade mit Blick auf einen kroatischen Campingplatz sitze, lasse ich den Monat Revue passieren.

Vorhang auf: Meine 7 Gedanken eines Monats.

Nicht die wichtigsten.
Nur die, die geblieben sind.

Du willst auch bei diesem 7-Gedanken-Rückblick mitmachen?

Dann findest Du hier eine Anleitung inkl. Vorlage.

(Die Du natürlich so anpassen kannst, wie es zu Dir und Deiner Gedankenwelt passt.)

Gedanke 1 – Eine Beobachtung

Ein Newsletter von Justin Welsh hat mir kürzlich vor Augen geführt, was gerade mit KI passiert.

Sein Gedankengang, sinngemäß zusammengefasst:

Jede neue Technologie, die uns Zeit sparen soll, hat dieses Versprechen historisch nie eingelöst. Die Waschmaschine sollte Hausfrauen der 1950er-Jahre unzählige Stunden schenken, genau wie später der Staubsauger. Am Ende blieb die für Hausarbeit aufgewendete Zeit über Jahrzehnte nahezu konstant. Die gewonnene Zeit wurde einfach mit neuen Aufgaben aufgefüllt.

Bei KI, so seine These, wird es ähnlich laufen.

Die meisten Menschen werden ihre neu gewonnene Zeit mit mehr vom Gleichen füllen, das Hamsterrad dreht sich nur schneller.

Eine kleinere Gruppe wird die Zeit nutzen, um endlich Großes zu wagen.

Und eine noch kleinere Gruppe wird sie tatsächlich als echte Freizeit begreifen, für Familie, lange Mittagspausen, echte Ruhe.

Was mich daran am meisten bewegt hat:

Die Technologie selbst entscheidet nicht, in welcher Gruppe wir landen.

Das haben wir längst vorher entschieden, durch das, was wir sowieso schon priorisieren.

Ein Werkzeug verstärkt nur, was ohnehin schon da ist.

Gedanke 2 – Eine Erkenntnis aus Arbeit oder Business

Eine weitere Email von Justin Welsh (Du merkst: ich liebe seine Briefe!!) hat meinen zweiten Gedanken dieses Monats geprägt.

Sinngemäß schreibt er: Irgendwo da draußen gibt es etwas, das wir uns wünschen. Es gibt jemanden, der es uns geben könnte. Und es gibt ein Gespräch, das wir bisher vermieden haben, weil wir glauben, den Ausgang schon zu kennen.

Dieser Gedanke hat mich länger beschäftigt, als ich erwartet hätte. Denn wenn ich ehrlich bin, fallen mir sofort ein, zwei solcher Gespräche ein. Eins davon geht in Richtung Business: eine Kooperation, die ich mir schon länger wünsche, aber bei der ich mir insgeheim ausgemalt habe, wie die Antwort ausfallen könnte, noch bevor ich überhaupt gefragt habe. Ich habe mir also selbst schon die Absage gegeben, ohne dass irgendjemand anderes mitgeredet hat. Wie doof von mir?!

Und genau da liegt für mich die eigentliche Erkenntnis:

Wie oft verwechsle ich eine Vermutung mit einem Fakt?

Wie oft entscheide ich mich gegen etwas, bevor die Realität überhaupt die Chance hatte, mich zu überraschen?

Das passt übrigens erstaunlich gut zu dem, was ich in unserer Listbuilding-Masterclass gerade bei den Frauen beobachte: Sobald jemand den Mut aufbringt, das unbequeme Gespräch tatsächlich zu führen, die E-Mail wirklich abzuschicken, die Frage wirklich zu stellen, verändert sich meistens etwas.

Nicht immer zu 100% im ersten erhofften Sinne. Aber meistens doch. Spätestens im zweiten Blick. *zwinker*

Ich glaube, ich werde diesen Monat genau dieses eine Gespräch endlich führen. Nicht, weil ich weiß, wie es ausgeht, sondern weil ich es eben nicht weiß.

Vielleicht ist heute, oder diese Woche, ein guter Tag, um es herauszufinden.

Gedanke 3 – Etwas Persönliches

Wir sind gerade auf einem Campingplatz in Kroatien, den wir seit neun Jahren jeden Sommer besuchen. Dieses Mal ist es anders. Wir waren zunächst weiter südlich auf einem ruhigen Platz und kamen für die letzten 15 Tage auf unseren eigentlichen Lieblingscampingplatz zurück.

Und es zeigte sich:

Entweder hat sich der Ort verändert, oder wir haben uns verändert. Zu laut, oder waren wir einfach zu leise geworden? Zu hektisch, oder brauchen wir inzwischen mehr Ruhe? Viele genervte, gereizte Menschen. Müll, der am Pool liegen bleibt. Hundehaufen, die nicht aufgehoben werden. Menschen, die nicht mal ein „Guten Morgen“ über die Lippen bringen, dabei würde mir schon ein Nicken reichen.

Ich bin keine von den Camperinnen, die ständig auf andere zugehen und sofort neue Freundschaften schließen wollen. Aber ein freundliches „Hallo“ sollte doch drin sein, oder?

Ich hatte in meinen letzten Gedanken schon geschrieben, dass Menschen mir zunehmend merkwürdig vorkommen, und auch diesen Monat bleibt genau dieser Gedanke kleben.

Gedanke 4 – Ein Satz, der geblieben ist

Ich musste so schmunzeln, als ich diese Karte in einem Laden entdeckt habe: „I can pick my own flowers.“

Auf den ersten Blick ein kleiner, fast banaler Spruch. Mit Eye-catcher-Bild.

Aber je länger ich darüber nachdenke, desto mehr steckt eigentlich drin.

Ich brauche niemand anderen, der mir die Blumen des Lebens pflückt, und es gibt so viele verschiedene Wege, das selbst zu tun.

Manchmal ist das ein neues Projekt, das ich mir selbst schenke. Manchmal ein freier Nachmittag, den ich mir einfach nehme, ohne ihn mir zu erkämpfen oder zu rechtfertigen.

Manchmal ist es auch nur die Erlaubnis an mich selbst, stolz auf etwas zu sein, ohne dass es jemand anderes zuerst bemerken oder loben muss.

Ich glaube, viele von uns warten unbewusst darauf, dass jemand kommt und uns die Anerkennung, die Pause, die Freude bringt, die wir uns eigentlich längst selbst geben könnten.

Dieser Satz ist für mich eine kleine, freundliche Erinnerung: Ich muss nicht warten. Ich kann pflücken.

Gedanke 5 – Etwas, das sich verändert hat

Im Buch Nepal und der Weg ins Glück bin ich über einen Gedanken gestolpert, der mich seitdem begleitet:

dass man das tun soll, was gerade dran ist, aber ohne Zwang, ohne Angst, ohne Getriebenheit. Mit innerer Ruhe. Eine Aufgabe erledigen, ohne sich zu hetzen. Ein Gespräch führen, ohne überzeugen zu müssen. Arbeiten, ohne sich dabei zu verlieren, und ruhen, ohne sich schuldig zu fühlen.

Als ich das gelesen habe, musste ich innehalten. Denn wenn ich ehrlich bin, mache ich es meistens andersherum:

Ich hetze durch meine To-do-Liste, als wäre sie ein Gegner, den ich besiegen muss. Ich führe Gespräche manchmal mit dem heimlichen Ziel, recht zu behalten oder überzeugend zu wirken, statt einfach zuzuhören. Und Ruhen, wirklich Ruhen, ohne das schlechte Gewissen im Nacken, fällt mir erstaunlich schwer für jemanden, der beruflich genau das predigt: leise, entschleunigte Selbstständigkeit.

Was sich also gerade verändert, ist nicht die To-do-Liste selbst, sondern meine Haltung dazu. Ich möchte diesen Gedanken bewusst in mein Leben und vor allem in mein Business integrieren, nicht als weiteres Ziel, das ich erreichen muss, sondern als eine Art innerer Kompass, an dem ich mich in stressigen Momenten wieder ausrichten kann.

Gedanke 6 – Eine Überraschung

Normalerweise liebe ich es, in den Sommerferien morgens früh noch etwas für die Arbeit zu schreiben.

Die Ruhe vor dem Tag, der erste Kaffee, ein paar konzentrierte Stunden, bevor der Rest der Familie wach wird. Dieses Mal aber war da vor allem der Wunsch, in den kühlen Morgenstunden laufen zu gehen, statt am Laptop zu sitzen.

Die eigentliche Überraschung war nicht mal das Laufen selbst, sondern was dabei in meinem Kopf passiert ist. Je öfter ich lief, desto klarer und hartnäckiger wurde ein anderer Gedanke:

Ich möchte auch zu Hause morgens mehr laufen. Und dieser Gedanke hat sich fast von selbst weitergesponnen, hin zu meinem Business. Ich möchte es so umstellen, dass ich mehr verdiene und es gleichzeitig schlanker wird. Weniger anbieten, dafür gezielter auf meine Produkte hinweisen, statt mich in zu vielen Angeboten zu verzetteln.

Wie genau das konkret aussehen wird, zeigt sich mir gerade Stück für Stück vor meinem inneren Auge, während ich laufe, nicht während ich am Schreibtisch sitze. Vielleicht ist genau das die eigentliche Überraschung: dass die besten Business-Ideen mir nicht kommen, wenn ich arbeite, sondern wenn ich es bewusst lasse. Und ich freue mich wahnsinnig darauf, zu sehen, wohin mich das führt.

Gedanke 7 – Eine Frage

Ich lese gerade das Buch Rückwärts-Manifestieren, und ein Satz daraus geht seitdem mit mir spazieren:

Ein Verlangen trägt die Kraft und den Plan zur eigenen Erfüllung bereits in sich.

So schön, so einfach, fast zu einfach, um wahr zu sein.

Aber warum eigentlich nicht?

Warum machen wir es uns so oft selbst so schwer?

Wir zerdenken unsere Wünsche, suchen nach Nachteilen, bauen uns blockierende Glaubenssätze und trauen uns nicht, unsere eigenen Wünsche einfach wahrzunehmen und zu leben.

Wenn ich diesen Satz mit den anderen Gedanken dieses Monats zusammenlege, ergibt sich fast wie von selbst ein roter Faden: das vermiedene Gespräch aus Gedanke 2, die Blumen, die ich mir selbst pflücken kann, aus Gedanke 4, die innere Ruhe aus Gedanke 5, der Business-Umbau, der sich beim Laufen zeigt, aus Gedanke 6.

Vielleicht war der ganze August im Grunde eine einzige, wiederkehrende Erinnerung: Ich muss nicht auf die perfekten Umstände warten, um anzufangen. Das Verlangen selbst weiß bereits, wo es hin will.

Vielleicht ist das meine Frage an Dich zum Abschluss dieses Monats:

Welchem Wunsch traust Du gerade nicht so ganz, obwohl er die Antwort längst in sich trägt?

Du möchtest auch Deine 7 Gedanken mit anderen Leisepreneurinnen teilen?

Dann verlinke sie doch gerne in den Kommentaren.

Über Linda Kunze

Linda Kunze ist Expertin für leises Marketing, Customer Experience – Strategin und Human Design – Mentorin aus NRW.

Mit ihrem Business Leisepreneur® unterstützt sie solo-selbstständige Frauen dabei, auch ohne Social Media sichtbar und erfolgreich zu sein.

Ihr Fokus liegt auf authentischem Marketing, das leise wirkt, aber tief verankert ist – damit ihre Kundinnen die richtigen Menschen erreichen, ohne sich zu verbiegen.

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