Über letzte Plätze, ungeliebte Telefonate, wilde Gedanken und ziemlich schnell wachsenden Rasen
Der Oktober ist da.
Und während ich gerade meine sieben Gedanken der vergangenen Wochen zusammensammle, merke ich: Es geht dieses Mal ziemlich viel ums Hinschauen.
Auf eine fast 30 Jahre alte Erinnerung, die plötzlich wieder da war. Auf dieses komische Gefühl, wenn uns jemand etwas verkaufen möchte. Auf meinen ziemlich vollen Kopf. Und sogar auf unseren Rasen, der mir ganz nebenbei etwas übers Business beigebracht hat.
Und dann wäre da noch meine Erkenntnis, dass ich offenbar doch nicht der einzige Mensch auf diesem Planeten bin, der beim Klingeln des Telefons denkt: „Och nööööö.“
Hier sind meine sieben Gedanken im Oktober 2026.
Du willst auch bei diesem 7-Gedanken-Rückblick mitmachen?
Dann findest Du hier eine Anleitung inkl. Vorlage.
(Die Du natürlich so anpassen kannst, wie es zu Dir und Deiner Gedankenwelt passt.)

Gedanke 1 – Was genau hat mir diese Sache gebracht?
Mir fiel das Buch Das Kind in dir muss Heimat finden mal wieder in die Hände.
Und damit ploppte plötzlich eine schmerzliche Erinnerung hoch.
Iserlohn. 1996. Auf der Toilette in der Eishalle.
Ich war 10 und habe Rotz und Wasser geheult.
Denn ich hatte bei einem Eiskunstlauf-Turnier den 10. Platz gemacht.
Den 10. Platz von 10.
Und jetzt wollte ich mich drücken Vor der “Siegerehrung”. Ich war schließlich keine Siegerin.
Ich war die Verliererin.
„Mama, ich kann da nicht raus!“
„Doch, Du kannst.“
Ich heulte weiter.
Meine Mama umarmte mich und ging schließlich mit mir zur „Siegerehrung“.
Heute bin ich ihr dankbar dafür, dass sie nicht mit mir Hals über Kopf aus der Halle gestürmt und mit Karamba-Karacho nach Hause gefahren ist, obwohl ich sie ungefähr 1.000 Mal darum angefleht hatte.
Denn heute weiß ich, dass ich an diesem Tag viel mehr gewonnen habe, als ich mit zehn Jahren überhaupt hätte verstehen können.
Ich bin rausgegangen.
Ich habe zu mir und meinem Ergebnis gestanden.
Und ich habe gemerkt: Auch ein letzter Platz geht vorbei.
Wir halten viel mehr aus, als wir manchmal glauben, besonders, wenn wir einen „Engel“ an unserer Seite haben.
Aber noch etwas anderes ist mir heute wichtig:
Es geht nicht darum, eine Sache auf Teufel komm raus bis zum Ende durchziehen zu müssen.
Es geht darum, sie anzuschauen.
Gründlich.
Habe ich mein Bestes gegeben?
Was genau hat mir diese Sache trotzdem gebracht?
Möchte ich es noch einmal versuchen, weil ich beim nächsten Mal X oder Y anders machen könnte?
Oder möchte ich loslassen?
Ich habe damals losgelassen und meine Eiskunstlaufkarriere mit zehn Jahren an den Nagel gehängt.
Zum Glück.
Ich war wirklich nicht gut. *lach*
Eigentlich wollte ich vor allem Zeit mit meiner Freundin verbringen, die viel besser im Eiskunstlaufen war als ich.
Und auch das war rückblickend eine wichtige Erkenntnis:
Nur weil jemand, den wir mögen, einen bestimmten Weg geht, muss es noch lange nicht unser eigener sein.
Außer natürlich, das Ergebnis ist uns völlig latte und wir haben einfach Spaß dabei.
Dann: Schlittschuhe an. *zwinker*
Gedanke 2 – Die Sache mit dem Verkaufen
In einem sehr wertvollen Video mit Viola Möbius habe ich diese Skizze gesehen:

Und ich dachte sofort: Das stimmt. Das ist so deutsch. *augenverdreh*
Verkaufen bedeutet bei uns schnell:
aufschwatzen.
überreden.
Geld wegnehmen.
Oder – besonders schön – „Teppichhändler“.
(Die armen seriösen Teppichhändler!!)
Auf der anderen Seite der Skizze steht unter Dubai nur ein einziges Wort:
helfen.
Und dieser Gegensatz ist bei mir hängen geblieben.
Denn warum denken wir eigentlich so schnell, jemand wolle uns etwas andrehen oder uns sogar „abziehen“, sobald für seine Hilfe irgendwann Geld als Ausgleich im Raum steht?
Wenn mir jemand einen richtig guten Tipp gibt, denke ich:
„Wow, danke! Das hilft mir total.“
Wenn dieselbe Person anschließend sagt:
„Wenn Du möchtest, kann ich Dich dabei auch weiter unterstützen. Das kostet X Euro.“
schleicht sich bei vielen plötzlich ein ganz anderes Gefühl ein:
Ahaaaa. Deshalb hat die mir geholfen. Die wollte nur verkaufen.
Aber vielleicht ist genau das der Denkfehler.
Warum kann nicht beides gleichzeitig wahr sein?
Ich möchte Dir helfen. Und ich möchte mit meiner Arbeit Geld verdienen.
Wenn ich als Selbstständige ein Angebot entwickelt habe, von dem ich wirklich überzeugt bin, dass es ein Problem löst, etwas leichter macht oder einen Menschen seinem Ziel näherbringt, dann ist Verkaufen doch nicht das Gegenteil von Helfen.
Es ist ein Teil des Helfens.
Natürlich darf mein Gegenüber anschließend Nein sagen. Natürlich darf sie entscheiden, dass mein Angebot gerade nicht passt, zu teuer ist oder sie es schlichtweg nicht haben möchte. Aber dafür muss sie überhaupt erst wissen, dass es existiert.
Vielleicht möchte ich deshalb selbst noch ein bisschen mehr von dieser negativen deutschen Verkaufsdenke loslassen.
Nicht verkaufen = aufschwatzen.
Sondern:
Verkaufen = Ich zeige Dir, wobei und wie ich Dir helfen kann. Und Du entscheidest, ob Du diese Hilfe möchtest.
Das fühlt sich für mich verdammt anders an.
Gedanke 3 – Ahhhh, schon Oktober
Wie bitte kann schon Oktober sein?
Gefühlt habe ich doch gerade erst meine Pläne für 2026 gemacht und plötzlich bleiben nur noch wenige Wochen dieses Jahres übrig. Und natürlich meldet sich sofort mein Kopf:
Aber ich habe doch noch soooo viel vor! *schreckmoment*
Also wird es wieder Zeit, einmal alles aufzuschreiben, was ich dieses Jahr unbedingt noch machen, erleben und rocken möchte.
Bei der lieben Claudia Seitz habe ich dafür ein Format entdeckt, das meiner normalen To-Want-Liste eine klare Grenze setzt:
27 Dinge.
27 Dinge, die ich bis zum Jahresende wirklich noch umsetzen möchte.
Und diese Begrenzung gefällt mir gerade richtig gut.
Denn natürlich könnte ich 100 Dinge aufschreiben. Aber dann wird aus „Das möchte ich noch erleben“ ganz schnell wieder „Das muss ich alles noch schaffen“.
Genau das möchte ich nicht. Ich will am 31. Dezember nicht auf eine ellenlange Liste mit 73 offenen Punkten schauen und denken: Mist, nicht geschafft.
Ich möchte lieber bewusst entscheiden:
Was ist mir für die verbleibende Zeit dieses Jahres wirklich wichtig?
27 Dinge dürfen es sein. Der Rest darf auch 2027 noch existieren.
Hier geht es zu meinem Blogartikel.

Gedanke 4 – Warum hasse ich telefonieren?
Ich dachte wirklich lange, ich wäre die Einzige mit Telefonphobie.
Wenn mein Telefon klingelt, ist mein erster Gedanke nämlich selten:
„Juchhuuuu, ein Anruf!“
Eher:
„Och nöööööööööööö. Wer stört?“
Und selbst irgendwo anzurufen, gehört ebenfalls nicht unbedingt zu meinen liebsten Freizeitbeschäftigungen. Jetzt habe ich erfahren, dass feinfühlige und hochsensible Gehirne tatsächlich Schwierigkeiten haben können, wenn plötzlich das Telefon klingelt oder sie selbst zum Hörer greifen sollen.
Und allein das zu hören, tat schon gut.
Nicht im Sinne von:
Super, dann muss ich nie wieder telefonieren.
Sondern eher:
Ach guck. Dafür kann es also einen Grund geben.
Die liebe Melina von Vanilla Mind erklärt in einem Video, warum Telefonieren für manche Menschen so anstrengend sein kann und gibt drei Tipps für Telefon-Hasser. (Nein, natürlich außer einfach E-Mails zu schreiben. *zwinker*)
Hier kommst Du zum Video:
Tipp 3 werde ich auf jeden Fall ausprobieren.
Gedanke 5 – Was ist los?
Dieser Monat war häufiger als sonst mit solchen Gedanken gefüllt:
Passt das alles noch zu mir?
Was will sich gerade zeigen?
Und warum kann es nicht einfach mal ein bisschen ruhiger werden in meinem Kopf?
Kennste?
Meine Kundin – und mittlerweile eher gute Business-Freundin – Gabriele hat deshalb mit mir auf meine aktuelle astrologische Konstellation geschaut.
Und tatsächlich:
Da steht gerade etwas an. *augen-reiß-weit-auf*
Das Spannende daran war für mich aber gar nicht nur, was sie gesehen hat.
Sondern was diese Erkenntnis mit mir gemacht hat.
Ich bin ruhiger geworden.
Nicht weniger achtsam.
Nicht nach dem Motto: „Die “Sterne” sind schuld, dann kann ich ja nichts machen.“
Ganz im Gegenteil. Ich bin jetzt einfach gewappnet.
Ich bin gelassener geworden, weil ich verstanden habe, dass dieser Prozess gerade Raum einnehmen darf. Ich muss ihn nicht sofort wegmachen. Nicht jede Frage sofort beantworten.
Und auch nicht heute schon wissen, was am Ende dabei herauskommt.
Manchmal tut es einfach gut zu verstehen, warum gerade so viel in Bewegung ist.
Falls Du auch gerade stockst, sich alles viel zu schnell dreht oder Du spürst, dass irgendetwas ansteht: Schau mal mit Gabriele drauf.
Sie ist für mich inzwischen die Detektivin fürs Unterbewusstsein. *truefact*
Gedanke 6 – Wie schnell die Natur wächst
Wir haben eeeeendlich unseren Rasen repariert.
Durch jahrelanges Fußballspielen im Garten hatten sich einige ziemlich beeindruckende Erdlöcher gebildet und an manchen Stellen erinnerte unser Garten inzwischen mehr an einen Bolzplatz als an einen Rasen. Also haben wir einen elektrischen Vertikutierer gekauft.
Ja, genau:
Jetzt steht noch ein Ding mehr in unserer Garage herum.
Wir haben vertikutiert, neuen Mutterboden auf den Löchern verteilt, Rasensamen ausgesät und anschließend:
gewässert.
gewässert.
gewässert.
Und plötzlich war da Grün. Inzwischen erinnert fast nichts mehr an unseren kleinen privaten Bolzplatz. Und ich stand irgendwann im Garten und dachte:
Es ist schon erstaunlich, wie schnell etwas wachsen kann, wenn die Bedingungen stimmen.
Der Samen allein hätte nicht gereicht. Er brauchte den richtigen Boden. Wasser, Nährstoffe, Licht und ein bisschen Zeit.
Eigentlich ist es im Business ziemlich ähnlich. Wir können noch so sehr wollen, dass etwas wächst, wenn das Fundament nicht stimmt, wird es schwierig. Es braucht ein gutes Angebot. Menschen, denen dieses Angebot wirklich hilft. Und dann braucht es den passenden Dünger:
Marketing.
Sichtbarkeit.
Empfehlungen.
Kooperationen.
E-Mails.
Und natürlich müssen wir immer wieder gießen.
Nicht einmal eine Verkaufsseite veröffentlichen und nach drei Tagen enttäuscht feststellen:
„Nö. Wächst nicht.“
Sondern dranbleiben.
Denn wenn das Fundament stimmt und wir regelmäßig dafür sorgen, dass unser Business bekommt, was es zum Wachsen braucht, können wir irgendwann tatsächlich fast dabei zuschauen.
Tag für Tag.
Millimeter für Millimeter.
Und manchmal plötzlich viel schneller, als wir erwartet hätten.

Gedanke 7 – Neurographisches Zeichnen
Dieser Gedanke kam mir, während ich wieder einmal vor einem meiner neurographischen Bilder saß. Linien ziehen, Kreuzungen abrunden und weiterzeichnen. *herzchenaugen*
Noch eine Ecke rund machen.
Und irgendwann merke ich:
Es wird stiller. Nicht unbedingt im Raum. Aber in meinem Kopf.
Besonders dieses Abrunden hat für mich etwas unglaublich Beruhigendes. Aus harten Kreuzungen werden weiche Übergänge. Und aus Chaos entsteht nach und nach ein Bild.
Und vielleicht mag ich neurographisches Zeichnen genau deshalb so sehr:
- Ich muss dabei kein „schönes“ Bild malen.
- Ich muss nichts können.
- Ich muss vorher nicht wissen, was am Ende entstehen soll.
- Ich mache einfach weiter.
Linie für Linie. Rundung für Rundung.
Und während meine Hand beschäftigt ist, darf mein Kopf langsam aufhören, für jedes Problem dieser Welt sofort eine Lösung finden zu wollen.
Falls Du es noch nie ausprobiert hast:
Unbedingt mal machen.
Vielleicht verstehst Du danach, warum ich dabei so wunderbar abtauchen kann.

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Über Linda Kunze
Linda Kunze ist Expertin für leises Marketing, Customer Experience – Strategin und Human Design – Mentorin aus NRW.
Mit ihrem Business Leisepreneur® unterstützt sie solo-selbstständige Frauen dabei, auch ohne Social Media sichtbar und erfolgreich zu sein.
Ihr Fokus liegt auf authentischem Marketing, das leise wirkt, aber tief verankert ist – damit ihre Kundinnen die richtigen Menschen erreichen, ohne sich zu verbiegen.
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